Location: Health Resort Raxblick, Prein an der Rax / Austria
Completion: 2010
Photos: Wolfgang Woessner
DE
Mit der als Halm betitelten Skulptur auf dem Vorplatz des Therapiezentrums in Prein an der Rax nimmt Karl Heinz Klopf auf das Verhältnis von Architektur und Landschaft Bezug. Dass der Bau nicht in die Natur eingebunden ist, sondern sie verdrängt zu haben scheint, hat den Künstler dazu veranlasst, die Skulptur als symbolische Geste der Rückgewinnung von Natur innerhalb des architektonischen Ambientes zu konzipieren. Das stelenartig aufragende, leicht geknicktes Objekt erinnert in seiner grünen Farbigkeit mit den knospenartigen, leuchtenden Auskragungen an Naturgewächse, wie Gräser oder auch Bäume. Es „begrünt“ nicht nur den Vorplatz des in abgelegener Natur errichteten Gebäudes, sondern gibt ihm – zusammen mit den Sitzbänken – auch ein Gravitationszentrum und einen Treffpunkt für die Kurgäste und BesucherInnen. In seiner abstrahierten Form und seiner „Übergröße“ im Verhältnis zu echten Gräsern bildet der „Halm“ ein künstliches Konstrukt, das weder den Platz dekoriert noch die Natur verklärt, sondern auf die Kulturalisierung und Regulierung als allgegenwärtigen künstlichen Eingriff in Natur und Landschaft verweist. Die Schneisen und Wege, die uns an diesen Ort bringen, sind ebenso Zeichen dafür, wie der Landschaftsschutz aus ökonomischen Motiven in den Wald- und Wildbestand eingreift. Rückgewinnung der Natur bedeutet hier also auch Sensibilisierung für deren wahren Zustand. (Rainer Fuchs)
(Halm; Gesundheitsresort Raxblick, Prein an der Rax, Österreich, 2010)
EN
With the sculpture Halm [Stalk] on the forecourt of the therapeutic centre in Prein an der Rax, Karl Heinz Klopf alludes to the relationship between architecture and the landscape. That the building is not integrated in the natural setting but appears to have displaced it led the artist to conceive of his sculpture as a symbolical gesture of reclaiming the natural setting in a context of the architectural ambience. The projecting, slightly flexed, stalk-like object is reminiscent in its green colouring of the bright shoot-like parts of natural growths such as grasses or even trees. It does not only add (metaphorical) green to the forecourt of the building in its remote natural setting, in conjunction with the benches it also lends it a centre for gravitating towards and a meeting place for guests at and visitors to the spa hotel. With its abstracted shape and large scale in relation to real grasses, the Stalk forms an artificial construct that neither decorates the forecourt nor glorifies nature; instead it alludes to cultivation and regulation as ubiquitous artificial interventions in nature and the landscape. The alleys and paths that bring us to this place are just as much a sign of the way that countryside conservationists intervene in the stocks of forest and wildlife for commercial reasons. So, reclaiming nature here also involves promoting sensitivity for its true state. (Rainer Fuchs)
(Halm [Stalk]; Health Resort Raxblick, Prein an der Rax, Austria, 2010)